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Anlage 1 GenTSV
(zu § 5 Absatz 1) Allgemeine Kriterien für die Risikobewertung
(Fundstelle: BGBl. I 2019, 1248 - 1250)
Allgemeine Kriterien für die Risikobewertung von Organismen bei gentechnischen Arbeiten, sofern relevant:
- 1.
Informationen über Spender- und Empfängerorganismen bzw. Ausgangsorganismen
- a)
Name und Bezeichnung
- b)
Grad der Verwandtschaft
- c)
Herkunft
- d)
Information über reproduktive Zyklen (sexuell/asexuell) des Ausgangsorganismus oder ggf. des Empfängerorganismus
- e)
Angaben über frühere gentechnische Veränderungen
- f)
Stabilität des Empfängerorganismus in Bezug auf die einschlägigen genetischen Merkmale
- g)
Pathogenität des Organismus für abwehrgesunde Menschen oder Tiere
- h)
kleinste infektiöse Dosis
- i)
Toxizität für die Umwelt sowie Toxizität und Allergenität für Menschen
- j)
Widerstandsfähigkeit des Organismus: Überleben des Organismus bzw. Erhalten der Vermehrungs- und Infektionsfähigkeit von Mikroorganismen unter relevanten Bedingungen
- k)
Kolonisierungskapazität
- l)
Wirtsbereich
- m)
Art der Übertragung, z. B. durch
- –
direkten oder indirekten Kontakt mit der verletzten oder unverletzten Haut oder Schleimhaut
- –
Aerosole oder Staub über den Atemtrakt
- –
Wasser oder Lebensmittel über den Verdauungstrakt
- –
Biss, Stich oder Injektion sowie über die Keimbahn bei tierischen Überträgern
- –
diaplazentare Übertragung
- –
- n)
Möglichkeit der Übertragung von Krankheitserregern durch den Organismus
- o)
Verfügbarkeit von Therapeutika und/oder Impfstoffen und/oder anderen wirksamen Methoden zur Verhütung und Behandlung von humanen Erkrankungen
- p)
Art und Eigenschaften der in den Organismen enthaltenen Vektoren:
- –
Sequenz
- –
Mobilisierbarkeit
- –
Wirtsspezifität
- –
Vorhandensein von relevanten Genen, z. B. Resistenzgenen
- –
- q)
Adventiv-Agenzien, die in den Organismus eingefügtes genetisches Material mobilisieren könnten
- r)
andere potentiell signifikante physiologische Merkmale
- s)
Stabilität der Merkmale nach Buchstabe r
- t)
epidemiologische Situation:
- –
Vorkommen und Verbreitung des Organismus
- –
Rolle von lebenden Überträgern und Organismenreservoirs
- –
Ausmaß der natürlichen Resistenz bei Mensch und Tier gegen den Organismus
- –
Grad der erworbenen Immunität bei Mensch und Tier (z. B. durch stille Feiung und Impfung)
- –
Vorkommen bzw. Nichtvorkommen eines geeigneten Wirtstiers
- –
Resistenz bei Pflanzen (natürliche oder durch Züchtung bedingte)
- –
Vorkommen bzw. Nichtvorkommen und Verbreitung einer geeigneten Wirtspflanze für den Organismus
- –
- u)
bedeutende Beteiligung des Organismus an Umweltprozessen (z. B. Stickstofffixierung oder pH-Regelung)
- v)
Vorliegen von geeigneten Bedingungen zur Besiedelung der Umwelt durch den Organismus
- w)
Wechselwirkung mit anderen und Auswirkungen auf andere Organismen in der Umwelt (einschließlich voraussichtlicher konkurrierender oder symbiotischer Eigenschaften)
- x)
Fähigkeit, Überlebensstrukturen zu bilden (z. B. Samen, Sporen oder Sklerotien), und deren Ausbreitungsmöglichkeiten
- a)
- 2.
Informationen über den gentechnisch veränderten Organismus
- 2.1
Beschreibung der gentechnischen Veränderung
- a)
Beschreibung der gentechnischen Veränderung einschließlich des Verfahrens zur Einführung des Vektors bzw. Inserts in den Empfängerorganismus oder des Verfahrens, das zur Erzielung der betreffenden gentechnischen Veränderung angewandt wird
- b)
Herkunft des genetischen Materials, ggf. Identität des Spenderorganismus/der Spenderorganismen und der Merkmale
- c)
vorangegangene gentechnische Veränderungen des Inserts
- d)
Funktion der betreffenden gentechnischen Veränderung und/oder der neuen Nukleinsäure
- e)
Art und Herkunft des Vektors
- f)
Struktur und Menge eines Vektors und/oder einer Nukleinsäure des Spenderorganismus, wenn der Vektor und/oder die Nukleinsäure noch in der Endstruktur des veränderten Organismus verblieben sind
- g)
Stabilität des Organismus in Bezug auf die gentechnisch veränderten Merkmale
- h)
Häufigkeit der Mobilisierung des eingefügten Vektors und/oder Fähigkeit des Vektors zur Übertragung genetischer Information
- i)
Höhe der Expression des gentechnisch eingeführten Materials; Messverfahren und Empfindlichkeitsgrad
- j)
Ort des eingefügten genetischen Materials (Angabe zu einer möglichen Aktivierung/Deaktivierung von Wirtsgenen durch die Einfügung)
- k)
Aktivität des zur Expression gebrachten Proteins
- a)
- 2.2
Gesundheitliche Erwägungen
- a)
toxische oder allergene Auswirkungen der gentechnisch veränderten Organismen und/oder ihrer Stoffwechselprodukte
- b)
Produktrisiken
- c)
Vergleich der Pathogenität des gentechnisch veränderten Organismus mit der des Spender- oder Empfängerorganismus oder ggf. des Ausgangsorganismus
- d)
Kolonisierungskapazität
- e)
bei Pathogenität des gentechnisch veränderten Organismus für Menschen, die abwehrgesund sind:
- –
verursachte Krankheiten und Mechanismus der Krankheiten hervorrufenden Eigenschaften einschließlich Invasivität und Virulenz
- –
Übertragbarkeit
- –
Infektionsdosis
- –
Wirtsbereich, mögliche Veränderung des Wirtsbereiches
- –
mögliche Änderung des Infektionsweges oder der Gewebsspezifität
- –
Möglichkeit des Überlebens außerhalb des menschlichen Wirts
- –
Vorhandensein von Überträgern oder Mitteln der Verbreitung
- –
biologische Stabilität
- –
Muster der Antibiotikaresistenz
- –
Allergenität
- –
Toxizität
- –
Verfügbarkeit geeigneter Therapien und prophylaktischer Maßnahmen
- –
- a)
- 2.3
Umwelterwägungen
- a)
Faktoren, die das Überleben, die Vermehrung und die Verbreitung der gentechnisch veränderten Organismen in der Umwelt beeinflussen
- b)
verfügbare Techniken zur Erfassung, Identifizierung und Überwachung der gentechnisch veränderten Organismen
- c)
verfügbare Techniken zur Erfassung der Übertragung des gentechnisch eingeführten Materials auf andere Organismen
- d)
bekannte und vorhergesagte Habitate des gentechnisch veränderten Organismus
- e)
Beschreibung der Ökosysteme, auf die der Organismus unbeabsichtigt verbreitet werden könnte
- f)
erwarteter Mechanismus und Ergebnis der Wechselwirkung zwischen dem gentechnisch veränderten Organismus und den Organismen oder Mikroorganismen, die im Falle einer Freisetzung in die Umwelt belastet werden könnten
- g)
bekannte oder vorhersagbare Auswirkungen auf Pflanzen und Tiere, wie Krankheiten hervorrufende Eigenschaften, Infektion, Toxigenität, Virulenz, Überträger der Krankheiten hervorrufenden Eigenschaften, Allergenität, veränderte Muster der Antibiotikaresistenz, veränderter Tropismus, Kolonisierung
- h)
bekannte oder vorhersagbare Beteiligung an biogeochemischen Prozessen
- i)
Verfügbarkeit von Methoden zur Dekontamination des Gebiets im Falle eines Austretens von gentechnisch veränderten Organismen in die Umwelt
- a)